Cybersecurity: Das Sicherheitsnetz für die Digitalisierung

Angetrieben von der Dynamik steigender Mobilfunknutzung, des Internets der Dinge und des Cloud-Computings gewinnt digitale Sicherheit immer mehr an Bedeutung. 

6 Billionen Euro. So hoch ist der geschätzte Schaden durch Cyberangriffe im Jahr 2021 weltweit. Das entspricht etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Deutschland und Frankreich zusammengerechnet. Kriminelle Aktivitäten im Cyberraum nehmen sogar noch zu, in fünf Jahren werden bereits Schäden in Höhe von 10,5 Billionen Euro erwartet.

Die Bedrohung durch Cyberkriminelle findet auch in den Medien Niederschlag. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über Cyberattacken auf Unternehmen, Industrie und die Verwaltung berichtet wird. Ein Blick auf die Zahlen genügt. So wurde jedes Unternehmen im Jahr 2019 Ziel von durchschnittlich 206 Cyberangriffen. Dies betrifft aber nur die gemeldeten Attacken, die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Cyberangriffe können folgenschwere Auswirkungen auf Unternehmen haben – aber auch auf deren Kunden, Partner, Angestellte und damit letztlich auf das Betriebsergebnis. Ebenso nimmt die Bedrohung im Privaten zu. Bereits 85 Prozent der Österreichinnen und Österreicher waren mit Viren, Trojanern & Co konfrontiert.

Aufholbedarf für Österreich

Dabei ist Österreich im Bereich der kritischen Infrastrukturen relativ gut aufgestellt. Grund dafür ist unter anderem die Etablierung des Informationssicherheitsgesetzes, besser bekannt als NIS-Gesetz. Darüber hinaus zählen fachspezifische Ausbildungen an HTL, Universitäten und Fachhochschulen mit derzeit etwa 40 Studiengängen rund um das Thema Informationssicherheit, das hochwertige Cybersecurity-Know-how von heimischen Unternehmen sowie die Tatsache, dass Österreich als Testmarkt angesehen wird, um Produkte und Services zu testen, zu wesentlichen Stärkefeldern. Funktioniert ein Geschäftsmodell hier, ist es auch global erfolgversprechend.

Aufholbedarf besteht aus Sicht der Industrie bei der Verfügbarkeit von Expertinnen und Experten, obwohl diese in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, sowie bei der Nutzung von Cloud-Infrastrukturen durch Unternehmen und beim oftmals noch fehlenden Bewusstsein über die Bedrohungen im digitalen Raum. Österreich als internationales Zentrum für Cybersicherheit und internationalen Wissensaustausch – dieses ambitionierte Ziel formuliert der Aktionsplan „DIGITAL.ERFOLGREICH.INDUSTRIE“. Doch wie kann dies gelingen?

#INDUSTRIEFACT: 75 Mrd. Geräte werden 2025 weltweit mit dem Internet verbunden sein. Diese müssen entsprechend geschützt werden.
Know-how-Basis stärken

Österreich muss die nationale Know-how-Basis stärken, etwa durch Cybersecurity-Challenges, die Integration von Digitalisierung und Cybersecurity in allen Ausbildungswegen und das Zusammenwirken von Bildung, Forschung, Behörden, Militär und Wirtschaft. Zudem gilt es den nationalen und internationalen Wissensaustausch, etwa mit den baltischen Staaten oder Israel, auszubauen. Darüber hinaus muss eine zukunftsfitte Infrastruktur geschaffen werden. Die Verfügbarkeit von schnellem und stabilem Internet ist Voraussetzung für Technologien wie Internet of Things (IoT), Smart Manufacturing oder Autonomes Fahren und damit für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts von morgen essenziell.

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