Übergabe und Nachfolgeregelung: „Ein Staffellauf mit Plan B als Notfallprogramm“

Familienunternehmen sind Tirols Wohlstandsmotoren: Umso wichtiger ist es, den Generationenwechsel rechtzeitig und bewusst zu gestalten.

v.l.: Matthias Zitterbart, Katherina Schmidt, Michaela Hysek-Unterweger, Martin Pichl

Betroffene aus der Tiroler Industrie gaben Einblicke, wie sie das Miteinander über Generationen hinweg aktiv und bewusst gestalten. Alexander Schmidt, osb-international, leitete den Dialog und die Erfahrungsberichte zum erfolgreichen Generationenwechsel in Familienunternehmen und skizzierte in seinem Vortrag Leitlinien, die sich bei der Übergabe bewährt haben. „Eine Nachfolge ist ein längerer Prozess. Sie kann bis zu 10 Jahre andauern. Können und Wollen jedoch sind absolute Voraussetzungen“, so der Tenor der Veranstaltung in Innsbruck auf Einladung der KMU-Gruppe der Industriellenvereinigung Tirol.

Michaela Hysek-Unterweger (Unterweger Früchteküche), Martin Pichl, (Pichl Medaillen), Katherina Schmidt (Montavit Pharmazeutische Fabrik) und Matthias Zitterbart (DAKA Entsorgungsunternehmen) erläuterten die Erfolgsfaktoren einer gelungenen Übergabe und sprachen auch über Werteänderungen in den Unternehmen. Entscheidend aber sei der Einstieg aus freiem Willen - nach Studium oder Erfahrungen auf ganz anderen Gebieten weit weg vom eigenen Betrieb. Wichtig im Zuge der Übernahme seien auch ein Plan B, ein Notfallprogramm oder gar die Möglichkeit des Scheiterns.

Hidden-Champions

Alexander Schmidt verwies auch auf die Langlebigkeit von Familienunternehmen: Während andere Unternehmen die 30-Jahres-Grenze erreichten, liege die Überlebensdauer bei Familienunternehmen immerhin bei 75 Jahren. Sie seien also etwas Besonderes, die Hidden-Champions der Wirtschaft. Umso mehr lohne es sich, gezielt und mit Kalkül die Übergabe und Nachfolge rechtzeitig anzugehen.

KMU-Vorsitzender Paul Unterweger und Guntram Bock, osb-international, moderierten die Aussprache zwischen den Teilnehmern der ersten und zweiten Generation. Alle Betroffenen aus der Tiroler Industrie waren sich darin einig, dass nur eine strukturierte Auseinandersetzung aller Entscheidungsträger mit der Zukunft der Familie, des Eigentums und des Unternehmens langfristig erfolgversprechend sein könne. Dabei gehe es um Toleranz, Loslassen können, die richtige Kommunikation und den strukturierten Fahrplan.

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