Industrie fordert Politik für die Zukunft

Die IV Tirol hat ihre Vorstellungen, was die neue Landesregierung für den Industriestandort leisten sollte, präsentiert.

Präsident Dr. Christoph Swarovski

Die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass große Herausforderungen auf die Industrie und auf den Wirtschaftsstandort zukommen.

Neue Köpfe oder Parteien seien zu wenig, es brauche frische Ideen und Einstellungen, um die Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Es gehe um den Erhalt der Arbeitsplätze, die Möglichkeit im Land zu investieren und zu produzieren, um damit die Industrie - mit 22 Prozent der Wertschöpfung wichtigster Wirtschaftsbereich im Land - abzusichern.

Standortcheck als zentrales Instrument

Die Tiroler Industrie wünscht sich von der neuen Landesregierung, dass sie im Interesse von Beschäftigung, Wohlstand, Sicherheit und sozialem Frieden die Zusammenarbeit mit jenen politischen Kräften sucht, die wirtschaftsfreundlich sind, die ermöglichen und nicht blockieren, die sich für die Leistungsbereiten im Land einsetzen und die entschlossen die notwendigen Veränderungen gestalten. Es brauche auch im Land eine Reformpartnerschaft, um die gute wirtschaftliche Ausgangslage abzusichern. Als zentrales Instrument soll ein Standortcheck dienen. Präsident Dr. Christoph Swarovski: „Wir fordern die Prüfung der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort, bevor politische Entscheidungen getroffen werden. Die Politik soll auf Basis von Wissen und nicht auf der Grundlage von Annahmen entscheiden.“

Herausforderungen annehmen

Die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette zähle zu den besonderen Herausforderungen genauso, wie das Finden von gut ausgebildeten Fachkräften. Auch Überregulierung und Bürokratie seien in den Griff zu bekommen, um die Betriebe in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. Im Detail spricht sich die IV dezidiert für den Ausbau der Wasserkraft und der Infrastruktur aus. Regelungen gegen den Transit dürften nicht zum Nachteil der heimischen Wirtschaft werden. Es gehe aber auch um grundsätzliche Themen, wie ganzjährige Kinderbetreuung oder Verbesserung der Grundkompetenzen von Schulabgängern. Sicherheit müsse als entscheidender Standortfaktor mehr Stellenwert bekommen. In der Sozialgesetzgebung sei dafür zu sorgen, dass Menschen, die Hilfe brauchen, unterstützt werden, aber gleichzeitig die Anreize, eine Arbeit anzunehmen, verbessert werden.

Reformkurs des Bundes unterstützen

Die IV-Tirol erwartet von der neuen Landesregierung, dass sie den Reformkurs der Bundesregierung unterstützt. Um Österreich international wieder wettbewerbsfähiger zu machen, müssten die im Koalitionsabkommen vereinbarten Vereinfachungen und Einsparungen umgesetzt werden.

Industrie: Grundlage für Wohlstand

Die Tiroler Industrie beschäftigt in etwa 440 Betrieben ganzjährig mehr als 41.000 Menschen. Mit einem Produktionswert von rund 10 Milliarden Euro und 22 Prozent der Bruttowertschöpfung ist die Industrie der größte Wirtschaftssektor im Land. Sie ist Motor für Innovation und Entwicklung. Von den Forschungsausgaben in Höhe von 975 Millionen Euro (Wert: 2016) trägt die Industrie mehr als die Hälfte. Allein diese Zahlen belegen, dass die Industrie eine wichtige Grundlage darstellt, die in Tirol für Wohlstand sorgt und deshalb vom Land und von der neuen Regierung zu unterstützen ist. Damit das so bleibt, müssen in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung die Bedingungen in Bund und Land stimmen.

Kontakt

Dr. Eugen Stark

Dr. Eugen Stark

Geschäftsführer, Industriellenvereinigung Tirol

T +43 512 58 41 34
eugen.stark@iv.at


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