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SPARTE INDUSTRIE: Kloger folgt auf Lindner

Hermann Lindner übergibt nach 13 Jahren seine Funktion als Obmann der Sparte Industrie an IV-Vizepräsident Max Kloger.

Traditionellerweise stellt die von der IV für die Kammerwahlen aufgestellte "Fachliste der Tiroler Industrie" die Funktionäre der Sparte Industrie in der WK-Tirol.

Als Hermann Lindner am 15. Oktober 2008 Obmann der Sparte Industrie in der Tiroler Wirtschaftskammer wurde, war die Wirtschaftswelt noch eine völlig andere. Nach einer Phase des konstanten Wachstums konnte die Tiroler Industrie damals mit einem Jahres-Produktionswert von 8,7 Milliarden Euro gerade einen neuen Rekordwert verbuchen. Gleichzeitig wurde erstmalig die Marke von 39.000 Beschäftigten überschritten.

Verantwortung in schwieriger Phase

Doch dann änderten Folgen der Pleite der US-amerikanische Investmentbank Lehmann Brothers die Situation grundlegend: Auftragseinbrüche bis zu 80 Prozent setzen der heimischen Industrie mächtig zu. Aber obwohl der Produktionswert daraufhin um 10 Prozent sank und sich der Mitarbeiterstand um fast 1.000 Beschäftigte verringerte, konnten nahezu alle Tiroler Industrieunternehmen diese schwierige Phase erfolgreich meistern. Das war nicht zuletzt auch ein Verdienst von Hermann Lindner, der sich an vorderster Front dafür eingesetzt hat, dass die Betriebe mit dem Instrument der Kurzarbeit und diversen Beratungs- und Förderangeboten unterstützt wurden. In weiterer Folge war er maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass die Tiroler Industrie mit einem verstärkten Fokus auf Forschung & Entwicklung sowie den Export wieder auf den Erfolgskurs gefunden hat. Heute können die Tiroler Industrie-Unternehmen mit einem Produktionswert von 11,7 Milliarden Euro und 41.000 Beschäftigen wieder absolute Höchstwerte verbuchen.

Starkes Engagement für Aus- und Weiterbildung

Besonders wichtig war es Lindner als Tiroler Industrie-Obmann die Aus- und Weiterbildung zu stärken. Im schulischen Bereich hat er sich stark für die Umsetzung der Chemie HTL in Kramsach (eröffnet 2013) und der Internationalen Schule nach IP-Programm am Standort Akademisches Gymnasium Innsbruck (eröffnet 2015) engagiert. Auch die Durchgängige Internationale Schule, die es ab Herbst 2021 in seinem Heimatbezirk Kufstein geben wird, wurde von ihm mitinitiiert. Im Bereich der dualen Ausbildung gelang es durch seine Mithilfe, das Modell „Lehre mit Matura“ in vielen Industriebetrieben zu implementieren und die Bedeutung der Lehre mit diversen Auszeichnungen und Imagekampagnen wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Interessenvertretung mit praktischem Fokus

In der Wirtschaftskammer-Organisation hat Lindner gemeinsam mit dem Team der Sparte Industrie ein vielfältiges Service-Angebot für die Mitgliedsbetriebe geschaffen – ganz nach seinem Credo: „Interessenspolitik ist der Einsatz für Mitglieder, dort, wo sie Hilfe benötigen.“ So setze er sich in der jüngsten Corona Krise etwa dafür ein, dass den Tiroler Unternehmen ein exklusives Kurzarbeit-Berechnungstool zur Verfügung gestellt werden konnte. Dabei weiß Lindner, der selbst glühender Unternehmer ist und das Traktorenwerk seiner Familie mit Stammsitz Kundl zu einem Nischenweltmeister gemacht hat, dass das Ende der Pandemie noch nicht erreicht ist. In diesem Zusammenhang appelliert er an die Mitglieder der Sparte Industrie: “Wir werden noch einige Wochen und Monate durchalten müssen, doch dann werden wir – so wie nach 2008 – gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Wichtig ist und bleibt das Bekenntnis zum guten Standort Tirol, im Sinne unserer Unternehmen und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“.

Zuversicht und klare Ziele

Als Neo-Obmann übernimmt Max Kloger, Inhaber des traditionsreichen Unternehmens Tiroler Röhrenwerke in Hall, die Spitze der Sparte Industrie in einer schwierigen Phase. Dennoch geht er mit viel Zuversicht und klaren Zielen an seine neue Aufgabe heran. Besonders wichtig ist es ihm, optimale Rahmenbedingungen für die Tiroler Industriebetriebe zu schaffen. „Der Standort Tirol inmitten von Europa ist sicherlich gut, dennoch gefährden immer neue und schärfere Reglementierungen den Industriestandort. So behindert beispielsweise der geplante Hochwasserschutz einen weiteren Ausbau, Bau- und Raumordnungshürden werden immer größer und auch die Verkehrsthematik spielt eine immer größere Rolle“, betont Kloger und ergänzt: „Hier wird es wichtig sein, anhand guter, sachlicher Argumente auf Augenhöhe mit der Politik gemeinsam an Lösungen zu arbeiten“.
Im Bereich Bildung will er den Weg seines Vorgängers fortsetzen und besonders das Image der Lehre weiter aufwerten – unter anderem mit dem „Tiroler Lehrlingsball“, der – sofern es die Lage zulässt – am 20. November 2021 erstmalig stattfinden wird. Auch das Service-Angebot für die Mitglieder soll weiter ausgebaut werden. Zunächst wird allerdings die Bewältigung der Covid-Krise und all ihrer Begleiterscheinungen Hauptaufgabe des neuen Spartenobmanns sein. „Die Tiroler Industrie ist ein stabilisierender Faktor in dieser Pandemie. Wenn Unternehmen Hilfe benötigen, stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. So werden wir auch diese schwierige Zeit überstehen“, so Neo-Spartenobmann Kloger abschließend.