Das Tyrol Economic & Innovation Board (TEIB) befasste sich mit der wirtschaftlichen Lage, neuen Förderstrategien und zentralen Infrastrukturfragen. Im Mittelpunkt standen Impulse zur Weiterentwicklung des Standorts – von der Innovationsförderung bis zur internationalen Anbindung des Flughafen Innsbrucks.
Das 2024 eingerichtete Board begleitet die wirtschafts- und innovationspolitische Ausrichtung des Landes Tirol. Es vereint Expertise aus Industrie, Wirtschaft, Forschung, Verwaltung und Sozialpartnerschaft und berät Wirtschaftslandesrat Mario Gerber in Fragen der strategischen Standortentwicklung. An der Sitzung am 19. November nahmen neben Landesrat Gerber auch Barbara Thaler (Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol), Markus Hofer (Geschäftsführer der Standortagentur Tirol), Rainer Seyrling (Vorstand der Abteilung Wirtschaftsstandort, Digitalisierung und Wissenschaft der Landesregierung) und IV-Tirol-Geschäftsführer Michael Mairhofer teil.
Standortthemen im Fokus
Zum Auftakt präsentierte Landesrat Gerber einen Überblick zur aktuellen wirtschaftlichen Lage. Anschließend zog Markus Hofer eine Zwischenbilanz zu laufenden Standortmaßnahmen. Im Zentrum stand dabei unter anderem der Tirol Konvent – eine Initiative zur Modernisierung der Landesverwaltung. Für die IV Tirol ist insbesondere die geplante digitale Reform von Genehmigungsverfahren von strategischer Bedeutung. Gemeinsam mit Land Tirol und Wirtschaftskammer entsteht eine digitale Plattform, die Verwaltungsprozesse effizienter und wirtschaftsfreundlicher gestalten soll. Weitere Themen waren die neue Employer-Branding-Initiative unter der Marke Tirol zur Gewinnung internationaler Fachkräfte, alternative Fördermodelle im Bereich Mobilität sowie der gezielte Ausbau von Forschungs- und Innovationsstrukturen für Kreislaufwirtschaft, Klima und Digitalisierung. Auch das Förderprogramm K-Regio zur Stärkung regionaler Innovationsprojekte soll weiterentwickelt werden. Ein zusätzlicher Schwerpunkt lag auf der geplanten Neuausrichtung der Tiroler Innovationsförderung. Rainer Seyrling präsentierte erste Eckpunkte für eine technologieorientierte Ausgestaltung, mit dem Ziel, öffentliche Mittel stärker auf zukunftsweisende Vorhaben zu konzentrieren.
IV-Tirol-Beitrag: Internationale Anbindung des Standort
Als Beitrag der Tiroler Industrie stellte Michael Mairhofer das Konzept einer virtuellen Airline vorgestellt, das derzeit in einer externen Machbarkeitsstudie geprüft wird. Ziel ist es, wirtschaftlich tragfähige Flugverbindungen ab Innsbruck dauerhaft abzusichern – insbesondere in Richtung des internationalen Drehkreuzes Frankfurt, dessen Anbindung mit Ende der Wintersaison 2024/25 weggefallen ist. Auch die bestehende Verbindung nach Wien soll künftig besser auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abgestimmt werden. Die IV Tirol ist eng in die Umsetzung des Projekts eingebunden. Das mit der Studie beauftragte Beratungsunternehmen führt parallel Gespräche mit potenziellen Fluglinien sowie mit AUA und Lufthansa, um operative und vertriebsrelevante Fragen zu klären – etwa zur Systemintegration, zum Ticketing und zu logistischen Abläufen. Die Ergebnisse werden für Jänner 2026 erwartet. Die Initiative soll die internationale Erreichbarkeit exportorientierter Unternehmen verbessern und so einen gezielten Beitrag zur Standortqualität Tirols leisten.


