Beim Besuch von IV-Vize-Generalsekretär Peter Koren und IV-Tirol-Geschäftsführer Michael Mairhofer bei Landesrat Mario Gerber stand ein Industriebereich im Fokus, der für die Industrie seit langem relevant ist und durch geopolitische Krisen, europäische Programme und neue Kooperationen zusätzliche Wachstumschancen eröffnet.
Vergangene Woche war IV-Vize-Generalsekretär Peter Koren gemeinsam mit IV-Tirol-Geschäftsführer Michael Mairhofer bei Tirols Wirtschaftslandesrat Mario Gerber zu Gast. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Security-&-Defence-Industrie und damit ein Industriebereich, in dem Österreich seit langem über starke Unternehmen und hohe Kompetenz verfügt und der durch die geopolitischen Verschiebungen der vergangenen Jahre zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten hat. Wenn heute über Sicherheit gesprochen wird, geht es nicht nur um militärische Fähigkeiten und staatliche Beschaffung. Es geht auch um industrielle Wertschöpfung, technologische Souveränität, Innovation, belastbare Lieferketten und Standortentwicklung. Genau diese Verbindung hat die Industriellenvereinigung mit dem Positionspapier der IV-Taskforce Security & Defence Industry in den Mittelpunkt gerückt.
Ein Stärkefeld mit Zukunft
Security & Defence ist für die heimische Industrie seit Jahrzehnten ein relevantes Feld. Viele österreichische Unternehmen sind technologisch führend, verfügen über jahrzehntelange Erfahrung und besetzen spezialisierte Nischen mit hoher industrieller Kompetenz. Verändert hat sich in den vergangenen Jahren vor allem das Umfeld: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Eskalation im Nahen Osten und eine insgesamt volatilere geopolitische Lage haben das Bewusstsein dafür geschärft, wie eng Sicherheit, industrielle Leistungsfähigkeit und technologische Unabhängigkeit miteinander verknüpft sind. Dass es sich dabei um ein zentrales Stärkefeld der österreichischen Industrie handelt, zeigt auch die im Positionspapier zitierte ECONOMICA-Studie: Die heimische Sicherheitswirtschaft erwirtschaftet rund 2,8 Milliarden Euro an Wertschöpfung, sichert 41.500 Arbeitsplätze und leistet 1,1 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben. Noch wichtiger ist der Blick nach vorn: Security & Defence bietet erhebliche Chancen für Wertschöpfung, Innovation und industrielle Weiterentwicklung. Mit der wachsenden Bedeutung von technologischer Souveränität, resilienten Lieferketten und europäischen Kooperationsprogrammen kann sich dieser Bereich zu einem noch stärkeren Wachstumsfeld für den Standort Österreich entwickeln.
Rahmenbedingungen gezielt verbessern
Genau hier setzt das Positionspapier der IV-Taskforce Security & Defence Industry an. Es zeigt auf, welche Rahmenbedingungen es braucht, damit Österreich seine Stärken in diesem Bereich besser nutzen und weiterentwickeln kann: ein klarer Rechtsrahmen für Industriekooperationen, schnellere und planbarere Genehmigungsverfahren sowie ein erleichterter Zugang zu europäischen Instrumenten wie dem European Defence Fund für Forschung und Entwicklung und SAFE für gemeinsame Beschaffung und den Ausbau industrieller Kapazitäten. Gerade hier besteht Aufholbedarf, weil österreichische Unternehmen in europäischen Programmen und Kooperationen bislang noch zu wenig sichtbar sind. Rechtliche Unsicherheiten, komplexe Verfahren und hohe Eintrittsbarrieren erschweren vielen Betrieben den Zugang zusätzlich.
Tirols Unternehmen besser positionieren
Für Tirol ist das Thema auch deshalb besonders relevant, weil es im Land Unternehmen gibt, die in diesem Bereich seit Jahren erfolgreich tätig sind und mit Technologie, Produktion, Zulieferung und Innovation wichtige Beiträge leisten. Gleichzeitig erschweren strukturelle und regulatorische Hürden vielen weiteren Tiroler Betrieben den Zugang zu diesem Markt. Umso wichtiger ist es, vorhandene Stärken sichtbarer zu machen und Tiroler Unternehmen bei Kooperationen und europäischen Programmen gezielt mitzudenken. Der Besuch bei Landesrat Mario Gerber war damit auch ein Signal, dieses Thema stärker in der regionalen Standortpolitik zu verankern. Peter Koren brachte die Stoßrichtung des Gesprächs auf den Punkt: „Wenn über Sicherheit gesprochen wird, geht es nicht nur um Beschaffung und militärische Fähigkeiten, sondern auch um Arbeitsplätze, Innovation und Standortentwicklung.“ Bereits rund 65 Unternehmen haben sich in der IV-Taskforce Security & Defence Industry eingebracht. IV-Mitgliedsunternehmen, die an einer Mitarbeit interessiert sind oder ihre Perspektive in die weitere Arbeit einbringen möchten, können sich dazu direkt an IV-Tirol-Geschäftsführer Michael Mairhofer wenden.
Alle Informationen zum IV-Positionspapier: https://www.iv.at/themen/aktuelle-schwerpunkte/security-und-defense/


