Beim Arbeitsbesuch der IV Tirol in Vorarlberg ging es um die Abstimmung gemeinsamer Forderungen der beiden westlichsten IV-Landesgruppen. Im Mittelpunkt standen faire Netzkosten, bessere Bahnverbindungen für den Cargoverkehr und eine stärkere Vertretung industrieller Standortinteressen gegenüber dem Bund.
IV-Tirol-Präsident Max Kloger und IV-Tirol-Geschäftsführer Michael Mairhofer waren am Freitag, dem 8. Mai 2026, in Vorarlberg zu Gast. Gemeinsam mit IV-Vorarlberg-Präsident Elmar Hartmann und IV-Vorarlberg-Geschäftsführer Simon Kampl besuchten sie Rauch in Rankweil und Zumtobel in Dornbirn. Die beiden Unternehmen stehen für unterschiedliche industrielle Stärken Vorarlbergs – Lebensmittelproduktion mit internationaler Ausrichtung auf der einen, Lichttechnologie und industrielle Lösungen auf globalen Märkten auf der anderen Seite. Die Unternehmensbesuche ergänzten den Austausch der beiden Landesgruppen um konkrete Einblicke in die betriebliche Praxis.
Gemeinsame Themen, gemeinsame Richtung
Im Mittelpunkt standen jene Punkte, bei denen Tirol und Vorarlberg gegenüber dem Bund enger abgestimmt auftreten wollen. Energiepreise, Netzentgelte, Infrastruktur und planbare Rahmenbedingungen entscheiden in produzierenden Unternehmen nicht auf der Ebene politischer Schlagworte, sondern in Kalkulationen, Lieferketten, Investitionsplänen und Exportbeziehungen. Die Gespräche bei Rauch und Zumtobel zeigten, dass die beiden Länder zwar unterschiedliche industrielle Profile haben, aber bei zentralen Standortkosten und bei der Anbindung ihrer Betriebe vor vergleichbaren Herausforderungen stehen.
Netzkosten sachgerecht ausgestalten
Auch die Frage österreichweit einheitlicher Netztarife wurde angesprochen. Tirol und Vorarlberg haben ihre Netze unter schwierigen topografischen Bedingungen früh und vorausschauend ausgebaut; die Kosten dafür wurden von den Netzkunden in diesen Regionen bereits getragen. Ein pauschales Tarifmodell würde diese Vorleistungen ausblenden und könnte dazu führen, dass neue Investitionen anderer Netzgebiete nachträglich über den Westen mitfinanziert werden. Aus Sicht der beiden Landesgruppen braucht es deshalb eine Tariflogik, die regionale Ausbauleistungen berücksichtigt und effiziente Netze nicht im Nachhinein zum Kostennachteil macht.
Cargo-Verbindung stärken
Auch die Bahninfrastruktur zwischen Tirol und Vorarlberg wurde als konkrete Standortfrage diskutiert. Für den Cargoverkehr reicht ein grundsätzliches Bekenntnis zur Schiene nicht aus; die Verbindung durch den Arlberg muss für industrielle Warenströme verlässlicher und leistungsfähiger werden. Dazu gehört auch der zweigleisige Ausbau der Bahninfrastruktur im Tiroler Oberland. Wenn Vorleistungen, Warenströme und Exporte stärker auf der Schiene laufen sollen, müssen Kapazitäten, Fahrplanstabilität und Ausweichmöglichkeiten zur Praxis der Betriebe passen. Tirol und Vorarlberg wollen diese Anliegen künftig abgestimmt Richtung Bund einbringen.


