Beim Treffen mit Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl am 25. März standen zentrale Standortfragen im Fokus: von Energiekosten und CO2-Bepreisung über verlässliche Rahmenbedingungen für die Transformation bis hin zu Bürokratieabbau, Forschung und Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Tirol.
IV-Tirol-Präsident Max Kloger begrüßte Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl, JI-Bundesvorsitzenden Eduard Fröschl, Siemens-Standortleiter Uwe Tielzen und MCI-Rektor Andreas Altmann im Tiroler Haus der Industrie zu einem offenen Austausch über die Lage des Standorts. Im Zentrum standen jene Fragen, die Betriebe, Forschungseinrichtungen und Ausbildungsinstitutionen derzeit gleichermaßen beschäftigen: steigende Kosten, knappe Spielräume und der Bedarf an klaren politischen Prioritäten.
Energiekosten im Fokus
Besonders deutlich wurde der Handlungsdruck bei den Energiekosten. Diskutiert wurden der Industriestrompreis, die CO2-Bepreisung und die Frage, wie energieintensive Betriebe in der aktuellen Lage wirksam entlastet werden können. Aus Sicht der Industrie ist klar: Zusätzlicher Kostendruck trifft die Unternehmen in einem Moment, in dem Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung ohnehin unter Druck stehen. Umso wichtiger ist es, die Energiefrage mit der nötigen Entschlossenheit anzugehen. Auch der Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Österreich wurde als strategische Voraussetzung für die industrielle Transformation angesprochen.
Transformation ermöglichen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Umstellung auf CO2-ärmere Produktionsprozesse. An konkreten Beispielen aus der Industrie wurde deutlich, wie kapitalintensiv und anspruchsvoll diese Transformation in der Praxis ist. Förderfragen sind dabei kein Randthema, sondern ein zentraler Hebel. Wer tiefgreifende Investitionen in neue Prozesse und Technologien erwartet, muss dafür auch verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Gerade in Branchen, die gleichzeitig mit schwacher Nachfrage und hohem Umstellungsdruck konfrontiert sind, braucht es Planungssicherheit statt zusätzlicher Unsicherheit.
Forschung absichern
Breiten Raum nahm auch die Rolle von Forschung, Innovation und Qualifizierung ein. Andreas Altmann verwies auf die Finanzierung des Fachhochschulwesens und auf die Bedeutung industrienaher Forschung für den Standort. Gerade an Einrichtungen wie dem MCI werden jene Verbindungen zwischen Wissenschaft, Ausbildung und Wirtschaft geschaffen, die für Innovation und Fachkräfteentwicklung entscheidend sind. Positiv ist, dass Forschungsprämie und FTI-Pakt weiter bestehen sollen. Umso wichtiger bleibt, dass auch das Umfeld für anwendungsnahe Forschung stabil gehalten wird.
Betriebe entlasten
Auch der angekündigte Bürokratieabbau war Thema des Gesprächs. Für die Tiroler Industrie ist entscheidend, dass Entlastung nicht auf der Ankündigungsebene stehen bleibt. Schnellere Verfahren, weniger Komplexität und mehr Planbarkeit sind längst zu einer konkreten Investitionsfrage geworden. Gerade wenn budgetäre Spielräume enger werden, kommt es umso stärker darauf an, bei den richtigen Hebeln anzusetzen und die Betriebe dort zu entlasten, wo Investitionen tatsächlich ermöglicht oder verhindert werden. Der Austausch im Tiroler Haus der Industrie war ein wichtiges Signal für den Standort. Wo politische Entscheidungsträger, Industrie und Forschung ihre Perspektiven so offen austauschen, entsteht die Grundlage für bessere Entscheidungen.


