Nach dem Austausch mit dem JI-Bundesvorsitzendem Eduard Fröschl diskutierte Staatssekretär Alexander Pröll mit den Funktionären der IV Tirol über den Weg zu einem schlankeren, digitalen Staat. IV-Vizepräsident Simon Meinschad zeigte anhand von Next Public und der digitalen Verfahrensplattform, wie Tiroler Erfahrungen dem Bund als Beispiel dienen können.
Der digitale Staat bewährt sich im Verwaltungsalltag. Entscheidend ist, ob Zuständigkeiten geklärt, Abläufe aufeinander abgestimmt und die Erfahrungen der Unternehmen von Beginn an einbezogen werden. Genau an diesem Punkt führte der Austausch die Vorhaben des Staatssekretärs mit den Erfahrungen aus dem Tirol-Konvent und der digitalen Verfahrensplattform zusammen.
Verwaltung neu aufstellen
Pröll formulierte zum Auftakt das Ziel seines Teams: ein schlanker, effizienter und digitaler Staat. KI-Werkzeuge sollen Verwaltungsbedienstete bei Texten, Bescheiden und Routineaufgaben unterstützen. Vernetzte Register und die ID Austria sollen Bürgern und Unternehmen den digitalen Zugang zum Staat erleichtern. Zugleich soll die Pensionierungswelle genutzt werden, um nur jede zweite frei werdende Verwaltungsstelle nachzubesetzen.
Tirol als Beispiel
Der Tirol-Konvent ist ein laufender Reformprozess, in dem Landesverwaltung, Sozialpartner, Gemeinden und weitere Organisationen an einfacheren, effizienteren und digitaleren Abläufen arbeiten. Simon Meinschad stellte mit Next Public eine zentrale Weiterentwicklung vor. Auf Initiative der IV Tirol und der Wirtschaftskammer Tirol erarbeiteten die Beteiligten ein gemeinsames Zielbild für die Verwaltung von morgen. Es beschreibt eine Verwaltung, in der Verfahren von Anfang an digital und vernetzt gedacht, Zuständigkeiten klar geregelt und Abläufe transparent gestaltet sind. Persönliche Unterstützung bleibt erhalten, wo sie gebraucht wird.
Ein konkretes Projekt des Tirol-Konvents ist die digitale Verfahrensplattform. Das Land Tirol entwickelte sie auf Basis von „Digital Service Tirol“ unter Einbeziehung der IV Tirol und der Wirtschaftskammer Tirol. Pilotunternehmen prüften das Konzept auf Praxistauglichkeit. An der Bezirkshauptmannschaft Schwaz werden zunächst Betriebsanlagenverfahren digital abgebildet – von Einreichung und Vollständigkeitsprüfung über Kommunikation und Akteneinsicht bis zum Verfahrenstracking. Danach werden weitere Verfahren folgen.
Kritisch und konkret
Im weiteren Verlauf des Austausches mit dem Staatssekretär entwickelte sich eine lebhafte und offene Diskussion über politische Vorhaben und ihre Folgen für Unternehmen. Bei Bürokratie und Regulierung äußerten sich die IV-Tirol-Mitglieder kritisch. Sie verwiesen auf lange Genehmigungswege, widersprüchliche Vorgaben und darauf, dass die Expertise aus den Unternehmen bei politischen Entscheidungen nicht berücksichtigt wird. Pröll griff die Einwände auf und erläuterte seine Positionen zu den angesprochenen Maßnahmen. Intensiv diskutiert wurden außerdem die Folgen der KI für Arbeit und Ausbildung, Europas digitale Souveränität, sichere Rechenkapazitäten und der dafür nötige Energieausbau.
Zum Abschluss brachte IV-Tirol-Vizepräsident Simon Meinschad zwei praktische Ansatzpunkte aus seiner Arbeit im Rahmen des Tirol Konvents in die Diskussion ein: einen gemeinsamen digitalen Posteingang, über den Unternehmen alle behördlichen Dokumente zentral erhalten, und ein behördenübergreifendes Aufgabenmanagement, das Fristen, offene Schritte und wiederkehrende Pflichten bündelt. Pröll nahm beide Anregungen mit und lud die anwesenden IV-Tirol-Mitglieder ein, konkrete gesetzliche Hürden und Änderungsvorschläge direkt an sein Team heranzutragen.


