Die Auszeichnungen der Eduard-Wallnöfer-Stiftung gingen heuer an zwei zukunftsweisende Forschungsprojekte: ein medizinisches Protokoll, das den Erhalt und die Regeneration von Spenderlebern ermöglicht und eine Dissertation, die die Wirkungen von Maßnahmen auf die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten untersucht.
Die Preisträger und Preisträgerinnen empfingen die Auszeichnungen am 20. Oktober im Rahmen der Verleihung der Eduard-Wallnöfer-Preise 2026 in Anwesenheit von Landtagspräsident Jakob Wolf, Wirtschaftslandesrat Mario Gerber, Alexander Rieper, Präsident des Unternehmerverbands Südtirol, und Gabriele Crepaz, Mitglied des Verwaltungsrates der Stiftung Südtiroler Sparkasse, im Gasthof Sailer in Innsbruck.
Im Mittelpunkt stehen Ideen, die aktuelle Herausforderungen lösen und damit die Weiterentwicklung des Landes nördlich und südlich des Brenners aktiv mitgestalten. Genau diese Kriterien finden sich auch in den heurigen Siegerprojekten wieder. Die Preise sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert.
Die Siegerprojekte 2026
Kategorie Wissenschaft und Technik – „Von der Organerhaltung zur Organregeneration: Sieben Tage Perfusion außerhalb des Körpers“: An der Medizinischen Universität Innsbruck hat ein Team, bestehend aus Julia Hofmann, Christina Bogensperger, Thomas Resch, Theresa Hautz und Stefan Schneeberger, ein medizinisches Protokoll entwickelt, das es erlaubt Spenderlebern, bis zu einer Woche außerhalb des Körpers zu erhalten. Das Protokoll ist mit einem bereits klinisch zugelassenen, kommerziell erhältlichen Perfusionsgerät möglich. Durch das neu entwickelte Protokoll können Spenderorgan bis zu sieben Tage außerhalb des Körpers erhalten werden. Bisher war ein Erhalt von circa 24 Stunden im klinischen Rahmen möglich. Dadurch könnten qualitativ grenzwertige Spenderorgane künftig nicht nur besser erkannt, sondern auch gezielt regeneriert und therapiert werden. Ein Patent für diese Neuentwicklung wurde bereits erteilt.
Kategorie Gesellschaft, Geist und Zukunft – „Refugees' Labor Market Integration in Austria“: Wie gelingt die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und welche Rolle spielen dabei Arbeitsplätze, Ausbildung und Sozialleistungen? Dieser Frage geht die an der Universität Innsbruck entstandene Dissertation von Valentin Wett anhand verknüpfter österreichischer Verwaltungsdaten und quasi-experimenteller Methoden nach. Untersucht werden die Wirkungen der lokalen Arbeitsnachfrage, von Sozialleistungen und des frühen Zugangs zu einer Lehre auf die Erwerbsintegration von Geflüchteten. Die Ergebnisse zeigen, dass frühe und qualifizierende Beschäftigungschancen ein wesentlicher Hebel für langfristigen Arbeitsmarkterfolg sind. Ein früher Zugang zu einer Lehre in Mangelberufen verbessert die Erwerbsverläufe nachhaltig. Ein aufnahmefähiger Arbeitsmarkt beeinflusst zudem, ob Geflüchtete in der zugewiesenen Region bleiben. Die Höhe der Sozialleistungen hat dagegen nur einen geringen Einfluss auf Beschäftigung und Verbleib. Für Tirol, wo der Arbeitskräftemangel ein zentrales Thema ist, liefert die Arbeit damit Hinweise für Integrations-, Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik.
Innovationsförderung seit über 45 Jahren
Die Eduard-Wallnöfer-Stiftung wurde 1978 als Geschenk der Tiroler Industrie zum 65. Geburtstag des ehemaligen Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer gegründet. Seit ihrem Bestehen konnten über 370.000 Euro an Preisgeldern vergeben werden. Das Stiftungskapital stammt von der Industriellenvereinigung Tirol und wurde im Jahr 2003 durch die Stiftung Südtiroler Sparkasse erweitert. Die Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Unternehmerverband Südtirol stellen gemeinsam die Preisgelder. Für diese großzügige Unterstützung möchte sich die Industriellenvereinigung Tirol herzlich bedanken.


