Energiepreise und Versorgungssicherheit blieben 2025 ein zentrales Belastungsthema für den Industriestandort Tirol. Im Laufe des Jahres stand der Fokus stark auf die Frage, wie energieintensive Betriebe unter volatilen Strom- und Gasmärkten, steigenden CO₂-Kosten und hohem internationalen Wettbewerbsdruck entlastet werden können. Genau diese Lage wurde auch im Dezember 2025 im Austausch mit der TIWAG bestätigt: Die Strompreise sind seit 2023 zwar wieder rückläufig, liegen aber weiterhin über dem Niveau vor der Krise. Gleichzeitig bleibt die Volatilität hoch, weil Gaspreise, Emissionskosten, Netzausbau und steigende Stromnachfrage die Preisbildung weiter prägen. Die TIWAG ordnet Österreich im europäischen Vergleich zudem nicht mehr als klaren Kostenvorteilsstandort ein, sondern verweist auf strukturelle Nachteile bei Netzkosten, Regulierung und Marktgröße.
Bundesebene reagiert mit befristeter Entlastung
Ein konkreter Schritt erfolgte 2025 auf Bundesebene mit dem Standortabsicherungsgesetz (SAG) Ausblick 2025. Das Gesetz wurde am 31. Oktober 2025 kundgemacht und schafft für die Kalenderjahre 2025 und 2026 einen direkten Zuschuss zum Ausgleich indirekter CO₂-Kosten. Die Förderung beträgt 75 Prozent der tatsächlich anfallenden indirekten CO₂-Kosten. Anträge können von Unternehmen aus den im Gesetz angeführten Sektoren gestellt werden; förderfähig ist jener Anteil des Jahresstromverbrauchs einer Anlage, der über 1 GWh liegt. Für 2025 und 2026 stehen dafür jeweils höchstens 75 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Das war ein wichtiges Signal, löste aber das Grundproblem noch nicht: Die Maßnahme ist befristet und adressiert nur einen Teil der Kostenbelastung. Die Industriellenvereinigung hat sich maßgeblich für die Verabschiedung des SAG 2025 eingebracht.
Ausblick Industriestrompreis: Die Logik hinter dem Modell
Für die weitere Perspektive ist vor allem die Industriestrategie Österreich 2035 relevant, die am 20. Jänner 2026 beschlossen wurde. Dort kündigt die Bundesregierung an, ab 2027 neben einer Verlängerung des SAG einen Industriestrompreis nach deutschem Vorbild einzuführen. Der zentrale Mechanismus ist klar beschrieben: Für die Hälfte des Verbrauchs kann der Strompreis auf bis zu 5 Cent pro kWh gesenkt werden; dafür sind 250 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Die Strategie formuliert damit keinen allgemeinen Billigstrom für den gesamten Strombezug, sondern ein gezieltes Entlastungsmodell für einen definierten Verbrauchsanteil. Die wirtschaftliche Logik dahinter ist, die international besonders exponierten Teile des Stromverbrauchs abzufedern und dadurch Planungssicherheit für energieintensive Branchen zu schaffen, ohne das gesamte Marktsystem außer Kraft zu setzen. Flankierend hält die Strategie fest, dass die Elektrizitätsabgabe für 2026 halbiert wurde. Hier wird die Industriellenvereinigung weiterhin aktiv in die Ausgestaltung eingebunden sein.
Tirol 2025: Problemdruck klar, Landesinstrumente begrenzt
Auf Landesebene blieb das Bild 2025 deutlich zurückhaltender. Eine Anschlussförderung an die OeMAG-Förderinstrumente des EAG wurde nicht umgesetzt, das Land Tirol wird aufgrund von Budgeteinsparungen keine solchen Anschlussförderungen einführen. Gleichzeitig zeigte sich bei den vorgesehenen Förder-KPIs, dass die laufende Erhebung konkreter Fördervolumina bei KPC, OeMAG und Land Tirol in der geplanten Form zu aufwendig ist und daher nicht weiterverfolgt wird. Der Fortschritt des Jahres lag damit weniger in neuen Landesinstrumenten als in der klareren politischen Einordnung: Der Handlungsbedarf ist offenkundig, die Bundesebene hat 2025 einen befristeten Ausgleich geschaffen, und mit dem angekündigten Industriestrompreis wurde Anfang 2026 ein längerfristiger Mechanismus in Aussicht gestellt. Aus Sicht des Leitprojekts war 2025 damit ein Jahr der Teilentlastung, nicht der endgültigen Lösung.
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KPI-Check 2025:
- Höhe der jährlichen Fördermittel, die von Tiroler Betrieben bei der KPC und dem Land Tirol für umweltrelevante Investitionen eingeworben werden
Status 2025: Betriebliche Umweltförderung Tirol | Anzahl der Projekte: 156 | Investkosten: € 22.990.172 | Bundesförderungen: € 12,07 Mio. | Landesförderung: € 1,14 Mio.
- Erfolgreiche Umsetzung einer Landes-Anschlussförderung an die OeMAG-Förderinstrumente des EAG
Status 2025: Das Land Tirol wird aufgrund von Budgeteinsparungen keine Anschlussförderungen einführen.
- Höhe der jährlichen Fördermittel, die von Tiroler Betrieben bei der OeMAG und dem Land Tirol für umweltrelevante Investitionen eingeworben werden
Status 2025: Es hat sich gezeigt, dass die Erhebung dieser Daten in der vorgesehenen Form zu aufwendig ist. Von einer laufenden Auswertung wird daher abgesehen.
- Verlängerung des Stromkosten-Ausgleichs auf Bundesebene bis 2030
Status 2025: Mit dem Standortabsicherungsgesetz 2025 wurde der Stromkosten-Ausgleich auf Bundesebene für die Jahre 2025 und 2026 neu aufgelegt. Eine Verlängerung bis 2030 erfolgte im Berichtsjahr noch nicht; eine weitergehende Perspektive mit Verlängerung des SAG und einem Industriestrompreis für die Hälfte des Verbrauchs zu bis zu 5 Cent pro kWh wurde erst in der Industriestrategie Österreich 2035 vom Jänner 2026 angekündigt.

