2025 hat die IV Tirol das Leitprojekt nicht über Einzelmaßnahmen abgearbeitet, sondern als sichtbare Gesamtinitiative organisiert: mit regionalen Berufsfestivals, bei denen die IV Tirol als Partner und Unterstützer eingebunden war, mit dem Next Generation Day als eigenem Veranstaltungsformat, mit Schnuppertagen in den Betrieben, mit einer laufenden Jugendkampagne und mit Impulsen für eine stärkere Berufsorientierung an Schulen. So wurde die Lehre breiter, näher an den Regionen und direkter an der Lebensrealität junger Menschen positioniert.
Auch 2025 war die Lehre in Tirol wieder sehr präsent. Genau das ist für den Industriestandort entscheidend. Jugendliche brauchen frühe, greifbare und glaubwürdige Einblicke in Berufe, Betriebe und Karrierewege. Die IV Tirol hat dafür bestehende Formate ausgebaut, neue Reichweite geschaffen und den direkten Kontakt zwischen Schulen, Jugendlichen und Unternehmen verstärkt. Im Mittelpunkt stand nicht das abstrakte Werben für Ausbildung, sondern das konkrete Erleben von Lehrberufen, Technik und Entwicklungschancen in der Industrie.
Berufsorientierung in der Fläche
Ein zentraler Schritt war 2025 die konsequente Verlagerung der Sichtbarkeit in die Regionen. Nach dem gemeinsamen Beschluss der Partner, die frühere Lehrlingsmesse in Innsbruck nicht fortzuführen, wurde auf Berufsfestivals in den Bezirken gesetzt. Damit kam Berufsorientierung näher zu Schulen, Eltern und Betrieben. Von den Berufsfestivals in Schwaz, Jenbach, Fügen und Mayrhofen über Innsbruck, Kitzbühel, Reutte und Lienz bis Kufstein, Imst und Landeck; den sal.z.i Berufswelten in Zirl und Inzing, dem Karriere Open Air in Schwaz und dem offenen Werkstor in Hall war die IV Tirol in einer ganzen Reihe von Formaten als Partner und Unterstützer beteiligt. Diese regionale Verdichtung senkte die Distanz zur Lehre, machte Ausbildungsangebote anfassbar und stärkte den direkten Erstkontakt zwischen jungen Menschen und Ausbildungsbetrieben. Auch die laufende Radiobewerbung der Berufsfestivals im Life Radio trug dazu bei, die Lehre dort sichtbar zu machen, wo Berufsentscheidungen vorbereitet werden.
Praxis schlägt Imagekampagne allein
Besonders wirksam war 2025 die Verbindung aus Reichweite und unmittelbarer Erfahrung. Der Next Generation Day der IV Tirol am 4. März 2025 brachte mehr als 600 Schülerinnen und Schüler in 22 Mitgliedsbetriebe und lag damit klar über dem Basisjahr 2024 mit 400 Teilnehmenden. Parallel dazu wurde das Ziel aus der Strategie, Schnuppertage in den Betrieben aktiv zu bewerben, bereits übertroffen: Von 95 IV-Tirol-Mitgliedsbetrieben mit Lehrstellen boten 58 auch Schnuppertage an. Damit wurde die Lehre nicht nur kommuniziert, sondern praktisch erlebbar gemacht. Dieser Mechanismus ist für das Projekt zentral. Wer Betriebe von innen sieht, mit Ausbildern spricht und Arbeitsabläufe erlebt, entscheidet informierter und mit höherer Treffsicherheit. Gerade für technische Berufe ist dieser direkte Zugang der stärkste Hebel gegen überholte Bilder und gegen Distanz zur dualen Ausbildung.
Kampagne, Schulen und nächste Ausbaustufe
Begleitend dazu wurde die Jugendkampagne 2025 weiterentwickelt. Ab Februar startete die erste Welle der aktualisierten IV-Tirol-Jugendkampagne online, im Herbst folgte eine zweite Plakatwelle in ganz Tirol und in Regionalzügen der ÖBB. Im November wurden mit einem Mitgliedsunternehmen erste TikTok-Videos produziert und Kooperationen für TikTok-Videos mit weiteren Unternehmen waren in Vorbereitung. Gleichzeitig setzte die IV Tirol bei der schulischen Verankerung von Berufsorientierung an. Das Gütesiegel Berufsorientierung Plus wurde kommunikativ begleitet, in der Arbeitsgruppe Berufsorientierung liefen Abstimmungen mit Partnern, und in der Steuerungsgruppe Übergang Schule Beruf wurden zusätzliche Unterstützungsangebote wie „Lehre statt Leere“ aufgegriffen. Auch das Stimmungsbild unter den 16- bis 25-Jährigen zeigt Bewegung. Bei der Aussage, Arbeitsplätze in der Industrie seien auch für Frauen attraktiv, stieg in dieser Altersgruppe der Anteil für „trifft eher zu“ von 26 auf 61 Prozent, während „trifft eher nicht zu“ von 33 auf 13 Prozent zurückging. Bei der Aussage, die Tiroler Industrie biete attraktive Arbeitsplätze, fiel das Bild ebenfalls etwas positiver aus: 57 Prozent bewerteten dies 2025 mit „trifft voll und ganz zu“ oder „trifft eher zu“, nach 52 Prozent im Jahr 2023.
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KPI-Check 2025:
- Anzahl der Tiroler Industriebetriebe, die Schnuppertage anbieten
Status 2025: Von den IV-Tirol-Mitgliedern bieten 95 Betriebe Lehrstellen an. 58 dieser Lehrbetriebe ermöglichen zudem Schnuppertage und schaffen damit einen direkten, praxisnahen Erstkontakt für Jugendliche bei der Berufsorientierung.
- Positive Entwicklung des Images der Lehre auf Basis periodischer Zielgruppenumfrage
Status 2025: positiv entwickelt. In der iMAD-Umfrage stieg bei der Aussage „Die Industrie bietet interessante, qualitätsvolle Lehrberufe“ der Anteil „Trifft voll und ganz zu“ von 24 auf 29 Prozent. Gleichzeitig sank „Trifft eher nicht zu“ von 4 auf 2 Prozent.
- Anzahl der Schulen der Sekundarstufe 1, die Berufsorientierung anbieten
Status 2025: Berufsorientierung hat an Schulen stattzufinden. Der Grundsatzerlass für Schüler- und Bildungsberatung des BMB, Rundschreiben Nr. 22/2017, BMB-33.545/0006-I/8/2017, sieht entsprechende Informations- und Beratungstätigkeiten in allen Schularten, jedenfalls aber in der 7. und 8. Schulstufe, verbindlich vor.
- Anzahl der Besucherinnen und Besucher der Next Generation Days der Tiroler Industrie (Basisjahr 2024: 400 Schülerinnen und Schüler)
Status 2025: Über 600 Schülerinnen und Schüler nahmen am Next Generation Day der IV Tirol am 4. März 2025 teil. Beteiligt waren 22 IV-Tirol-Mitgliedsbetriebe. Damit wurde das Basisjahr 2024 klar übertroffen.
- Anzahl der Kooperationen zwischen Schulen und Industriebetrieben
Status 2025: Es gibt einzelne Beispiele für Kooperationen, bisher aber noch keine konkrete Zahl.

