Unter dem Motto „R³: Ressourcen. Resilienz. Rentabilität“ rückte der 21. csrTAG am 22. Oktober im Congress Centrum Alpbach die wirtschaftliche Seite nachhaltigen Handelns in den Mittelpunkt. Die IV Tirol unterstützte den von respACT veranstalteten Kongress als Partner, gemeinsam mit Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol.
Eine Produktionsanlage, die weniger Energie verbraucht, senkt nicht nur Emissionen, sondern auch Kosten. Materialien, die länger genutzt oder wiederverwertet werden, können den Rohstoffbedarf reduzieren. Wie Unternehmen solche Potenziale erschließen und daraus tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln können, bildete einen Schwerpunkt des csrTAG 2026.
Von der Finanzierung zur Praxis
Die Eröffnungskeynote der Europäischen Investitionsbank beleuchtete die wirtschaftlichen Chancen der Kreislaufwirtschaft und die Finanzierung zirkulärer Geschäftsmodelle. Auch die Frage, wie Politik und Industrie den Ausbau der Kreislaufwirtschaft gemeinsam voranbringen können, stand im Mittelpunkt einer Diskussion. Weitere Programmpunkte widmeten sich der Energieeffizienz und Versorgungssicherheit sowie konkreten Ansätzen, den Ressourcenverbrauch in bestehenden Produktionsanlagen zu reduzieren. Neben diesen wirtschaftlichen und technologischen Fragen beschäftigte sich der Kongress mit den europäischen Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften. Dazu gehörten neue Anforderungen an die Nachhaltigkeitskommunikation, die Ökodesign-Verordnung und der digitale Produktpass. Damit rückte auch die Frage in den Fokus, wie Unternehmen die zunehmenden regulatorischen Anforderungen in der Praxis bewältigen können.
Wirtschaftliche Stärke als Voraussetzung
Auch IV-Tirol-Geschäftsführer Michael Mairhofer wandte sich mit Grußworten an die Kongressteilnehmer. Für die IV Tirol kommt der Industrie bei der ökologischen Erneuerung eine doppelte Rolle zu: Unternehmen verbessern die Ressourceneffizienz ihrer eigenen Produktion und entwickeln zugleich Technologien, die nachhaltiges Wirtschaften in anderen Bereichen ermöglichen. Damit solche Lösungen breite Anwendung finden, müssen aus Forschung und Innovation auch marktfähige Produkte und Verfahren entstehen. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür dürfen in der Nachhaltigkeitsdebatte nicht außer Acht gelassen werden: „Es reicht nicht, nachhaltige Technologien zu fordern. Sie müssen in den Betrieben auch finanziert und wirtschaftlich eingesetzt werden können. Wenn hohe Arbeits- und Energiekosten den Investitionsspielraum schmälern, verzögert das auch den ökologischen Fortschritt. Deshalb gehört die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ins Zentrum jeder ernsthaften Nachhaltigkeitsstrategie“, erklärt Mairhofer.


