Die IV Tirol steht voll hinter der Optimierung der Kraftwerkskette Plansee, die regionale erneuerbare Energieerzeugung mit Speicherfähigkeit verbindet und einen wichtigen Beitrag zur Energiezukunft im Außerfern leisten soll; über die Genehmigung des Projekts entscheiden die zuständigen Behörden.
Die geplante Beileitung von Wasser aus dem Namloser Bach in den Rotlech-Stausee wird derzeit öffentlich diskutiert. Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer sieht dabei eine „rote Linie“ überschritten, erklärt seine Position für nicht verhandelbar und stellt weitere Ausgaben für Planung und Behördenverfahren infrage. „Gerade ein Projekt in einem sensiblen Naturraum muss sorgfältig geprüft werden. Wer es aber für nicht verhandelbar erklärt, bevor die Behörden die Unterlagen abschließend bewertet haben, ersetzt Abwägung durch Vorfestlegung. Rote Linien ersetzen weder Fakten noch Verfahren“, sagt IV-Tirol-Vizepräsident und CEO der Plansee Group Karlheinz Wex.
Energie verfügbar machen
Die Stärke des Projekts liegt in der Verbindung von regionaler Erzeugung und Speicherfähigkeit: Erneuerbare Energie soll vor Ort erzeugt, gespeichert und so gesteuert werden, dass sie verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird. Nach Angaben der E-Werke Reutte (EWR) ermöglicht erst die Beileitung im Rahmen der Gesamtoptimierung jährlich rund 25 GWh zusätzliche erneuerbare und speicherbare Energie. Zu den ökologischen Auswirkungen verweisen die EWR auf Fachgutachten: Diese erwarten am Namloser Bach keine Verschlechterung des biologischen Zustands und weisen für die Gewässer Liegfeist und Rotlech Verbesserungen aus. „Corona, Lieferkrisen und geopolitische Konflikte haben unsere Abhängigkeiten offengelegt. Für die Wirtschaft und den gesamten Lebensraum Außerfern ist eine sichere, nachhaltige und möglichst regionale Energieversorgung zentral. Gerade für energieintensive Unternehmen zählt, dass erneuerbare Energie verlässlich verfügbar ist“, betont Wex.
Wirtschaft und Ökologie verbinden
„Die Energiefragen der Zukunft lassen sich nicht im alten Muster Wirtschaft gegen Ökologie lösen. Regionale Versorgungssicherheit, erneuerbare Erzeugung und ökologische Verantwortung gehören zusammen. Das Projekt verdient eine faire Chance, und die IV Tirol steht voll und ganz dahinter. Ob und unter welchen Bedingungen es genehmigt werden kann, entscheiden die zuständigen Behörden des Landes Tirol auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben“, so Wex.


