Das Leitprojekt „Vorsorgeflächen für Betriebserweiterungen“ hat 2025 inhaltlich deutlich an Schärfe gewonnen. Mit der Fertigstellung einer entsprechenden Studie im November 2025 lag damit erstmals ein eigenständiger Fachbeitrag vor, der das Leitprojekt für Tirol systematisch ausbuchstabiert.
Die Studie macht aus einem Anliegen ein Modell
Gerade das ist der entscheidende Fortschritt des Berichtsjahres. Die Studie beschreibt klar, warum das Thema für Tirol an Brisanz gewinnt: Der verfügbare Dauersiedlungsraum ist knapp, die Nutzungskonkurrenz mit Landwirtschaft, Naturschutz, Wohnen und Infrastruktur steigt, gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit geeigneter Flächen ein zentraler Standortfaktor für Industrie und produzierendes Gewerbe. Entsprechend wird der Zukunftsraum ausdrücklich auch als Wirtschaftsraum gedacht. Die Fachgrundlage argumentiert dabei nicht nur mit zusätzlichem Flächenbedarf, sondern mit einer neuen Logik der Flächensicherung. Vorgeschlagen wird ein mehrstufiger Ansatz aus Eigenverpflichtung der Industrie zur Flächendisziplin, qualitativer und quantitativer Bedarfserhebung, landesweiter Erhebung von Potenzialflächen und der Überführung dieser Grundlagen in ein verbindlicheres Raumordnungsprogramm für „Vorsorgeflächen Industrie und Gewerbe“.
Sieben Schritte, ein politischer Hebel
Besonders relevant für das Leitprojekt ist, dass die Studie nicht bei allgemeinen Appellen stehen bleibt. Auf den Kernseiten des Fachbeitrags wird ein konkreter Handlungsrahmen mit sieben „Tun“-Bausteinen entwickelt. Dazu zählen die Erhebung des tatsächlichen Flächenbedarfs, die Priorisierung von bestehenden Standorten, Brachflächen und Nachnutzungen, die Berücksichtigung von Sonderstandorten sowie der Übergang „vom Raumordnungsplan zum Raumordnungsprogramm“. Damit wäre Flächenvorsorge nicht mehr bloß strategische Absicht, sondern würde in regionale Kontingente, Anforderungsprofile, Auswahlkriterien und Umsetzungsinstrumente übersetzt. Hinzu kommt ein interkommunaler Ausgleich, weil die Studie die kommunale Konkurrenz um Kommunalsteuer und Betriebsansiedlungen als strukturelles Hindernis für größere, wirtschaftlich tragfähige Lösungen beschreibt. Planungsverbände sollen daher stärker als Träger einer aktiven Bodenpolitik auftreten und Flächenkontingente sichern, mobilisieren und regional abstimmen.
2025 war das Jahr der fachlichen Unterlegung
Konkrete Vorsorgeflächen wurden 2025 noch nicht ausgewiesen. Auch eine formale Einführung der Kategorie erfolgte im Berichtsjahr noch nicht. Der Fortschritt lag vielmehr darin, dass das Projekt aus der programmatischen Ebene herausgeführt und mit einer belastbaren raumplanerischen Argumentation unterlegt wurde. Die Studie liefert dafür die zentrale Brücke zwischen Industrieinteresse und Raumordnung: Sie begründet, warum Tirol geeignete Flächen nicht erst dann suchen kann, wenn Erweiterungen akut werden, sondern warum vorsorgende, regionale und mobilisierbare Flächenpolitik zu einer echten Standortfrage geworden ist. Mit dieser Grundlage konnte das Leitprojekt 2025 von der Idee in die politische Anschlussfähigkeit überführt werden.
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KPI-Check 2025:
- Erfolgreiche Einführung der Kategorie „Vorsorgeflächen für Betriebserweiterungen“ (Tiroler Landesstatistik)
Status 2025: Die fachliche Grundlage wurde 2025 mit der Studie des Büros Falch erarbeitet und am 21.11.2025 übermittelt. Eine formale Einführung der Kategorie erfolgte im Berichtsjahr noch nicht; die politische Präsentation war erst für 2026 vorgesehen.
- Anzahl der Gewerbeflächen inkl. dynamischer Betrachtung
Status 2025: Für 2025 liegt noch keine belastbare, offiziell veröffentlichte Kennzahl für Tirol vor. Mit der Studie wurde jedoch eine fachliche Grundlage für die systematische Erhebung, Bewertung und dynamische Betrachtung von Gewerbe- und Industrieflächen geschaffen.
- Quantitative Entwicklung der Vorsorgeflächen für Betriebserweiterungen
Status 2025: 2025 wurden noch keine konkreten Flächen ausgewiesen.

