Das Leitprojekt „Wasserstoff als Zukunftspfad“ stand 2025 ganz im Zeichen einer zentralen Standortfrage: Wie kommt Wasserstoff künftig überhaupt zu den Industrie- und Gewerbebetrieben in Tirol. Im Austausch mit TIGAS und der Wirtschaftskammer wurde deutlich, dass Tirol und die westlichen Bundesländer bei der Netzentwicklung vor einer strategischen Lücke stehen. Während Unternehmen ihren künftigen Wasserstoffbedarf bereits in Dekarbonisierungspläne aufnehmen, droht die infrastrukturelle Anbindung hinterherzuhinken.
Westösterreich droht ins Hintertreffen zu geraten
Auslöser dafür war die aktuelle Ausgestaltung des staatlichen Finanzierungsmodells für das österreichische H2-Startnetz. Nach damaligem Planungsstand sollten nur jene Leitungen berücksichtigt werden, die im ÖNIP 2030 erfasst sind. Damit wären vor allem Fernleitungen sowie Teile in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark abgesichert. Für Salzburg und Tirol stellte sich die Lage deutlich schwieriger dar. Zwar ist in der H2-Roadmap 2.0 der AGGM ein schrittweiser Ausbau in Salzburg vorgesehen, mit Perspektiven Richtung Großgmain und später weiter Richtung Golling. Im ÖNIP 2030 war dieses Startnetz für Salzburg und Tirol jedoch nicht enthalten. Damit blieb gerade jener westösterreichische Korridor ohne gesicherte Finanzierung, der für eine spätere Anbindung Tirols entscheidend wäre.
Politischer Druck für Netzzugang
2025 lag der Schwerpunkt daher auf der politischen Positionierung. Die Industriellenvereinigung und die Wirtschaftskammer hatten sich bereits im Vorfeld dafür eingesetzt, dass Mitgliedsbetriebe ihren Wasserstoffbedarf melden. Diese Rückmeldungen fanden Eingang in die H2-Roadmap. Im nächsten Schritt ging es darum, auch eine Anpassung des ÖNIP 2030 einzufordern. Sichtbar wurde das im gemeinsamen Schreiben von Landeshauptmann Anton Mattle, WK-Präsidentin Barbara Thaler und IV-Präsident Max Kloger an Mitglieder der Bundesregierung im April 2025. Der Kern des Anliegens war klar: Tirol darf bei der Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur nicht außen vor bleiben, wenn Dekarbonisierung im industriellen Maßstab gelingen soll.
2025 blieb ein Jahr der Positionierung
Bei den operativen Kennzahlen blieb das Bild noch dünn. Für die Erzeugung, Speicherung und Infrastrukturkapazität in Tirol lagen im Berichtsjahr keine belastbaren Fortschrittsdaten vor; auch bei den H2-Aktivitäten der Standortagentur zeigte sich Stillstand. Damit war 2025 vor allem ein Jahr der Interessenvertretung und der infrastrukturellen Grundsatzfrage. Der Fortschritt lag weniger in sichtbaren Projekten vor Ort als in der klaren Benennung eines Problems: Ohne rechtzeitige Netzanbindung bleibt Wasserstoff für viele Tiroler Industriebetriebe Zukunftsoption statt realer Transformationspfad.
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KPI-Check 2025:
- Anzahl der Tiroler Unternehmen, die Mitglied der Hydrogen Partnership Austria sind
Status 2025: Keine öffentlichen Informationen zu den Mitglieder des Clusters verfügbar.
- Anzahl der Tiroler Industriebetriebe, die die Wasserstoff-Technologie einsetzen (auf Basis Mitgliederbefragung)
Status 2025: Statusbericht ausstehend.
- Menge der jährlichen H2-Erzeugung und -Speicherung in Tirol sowie Leistungskapazität der regionalen bzw. dezentralen H2-Infrastrukturen
Status 2025: Statusbericht ausstehend.

