Die KMU-Plattform der IV Tirol war am 18. Juni bei hollu Systemhygiene in Zirl zu Gast. Der Besuch zeigte, wie das Tiroler Familienunternehmen aus Reinigung und Hygiene ein industrielles Leistungsmodell entwickelt hat – getragen von eigener Produktion, Anwendungskompetenz, Nachhaltigkeit und Verantwortung für Menschen und Standort.
Am hollu Campus in Zirl wird rasch klar, dass diese Stärke nicht aus einer einzelnen Innovation kommt. hollu hat über Jahre eine Unternehmensstrategie und dazu passende Identität aufgebaut, in der Produkte, Beratung, Schulung, Service, Energieversorgung, Arbeitsumfeld und Standortentwicklung auf engagierte und holistische Weise zusammengedacht werden. IV-Tirol-Vizepräsident und hollu-Geschäftsführer Simon Meinschad führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Campus und machte deutlich, dass die neue Produktion kein isoliertes Bauprojekt ist, sondern Ausdruck dieser Entwicklung. Dabei wurde sichtbar, was hollu in den vergangenen Jahren geprägt hat: Wachstum wird nicht losgelöst von Kultur und Verantwortung gedacht, sondern in konkrete Entscheidungen übersetzt.
Hygiene muss im Alltag funktionieren
Professionelle Hygiene ist für hollu kein Produkt, das mit der Lieferung abgeschlossen ist. Sie muss in Krankenhäusern, Küchen, Produktionsbetrieben, öffentlichen Einrichtungen oder im Tourismus jeden Tag zuverlässig wirken – unter Zeitdruck, mit unterschiedlichen Anforderungen und in Abläufen, die für die Menschen vor Ort praktikabel bleiben müssen. Genau daraus entsteht der besondere Anspruch von hollu. Das Unternehmen denkt Reinigung nicht vom Kanister her, sondern von der Anwendung: Welche Lösung passt zum Betrieb? Wie wird sie richtig dosiert? Wie werden Mitarbeitende geschult? Wie lässt sich Qualität sichern, ohne Abläufe unnötig zu belasten? Diese Nähe zur Praxis macht aus Hygiene ein industrielles Leistungsversprechen. hollu organisiert Verlässlichkeit dort, wo Sauberkeit, Sicherheit und funktionierende Prozesse unmittelbar zusammenhängen.
Nachhaltigkeit im Kerngeschäft
Nachhaltigkeit steht bei hollu nicht neben dem Geschäftsmodell, sie ist die Richtschnur aller unternehmerischen Entscheidungen. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen wurden bereits 2018 in die Unternehmensstrategie integriert. Am Campus in Zirl zeigt sich, was das praktisch bedeutet: hohe ökologische Standards, ein Standort ohne Öl und Gas, Wärmeversorgung über Wärmepumpen, Photovoltaik und eine Gebäudesteuerung, die Energie, Produktion und Arbeitsumfeld zusammendenkt. Wie konsequent dieser Weg in der industriellen Praxis umgesetzt wird, zeigt auch die aktuelle Auszeichnung im Fabrikwettbewerb von Fraunhofer Austria: hollu wurde in der Kategorie „Sustainable Factory“ ausgezeichnet. Der Preis bestätigt, was beim Besuch der KMU-Plattform sichtbar wurde: Nachhaltigkeit ist bei hollu keine Kommunikationsagenda, sondern Teil der Produktionslogik – in Energieversorgung, Prozessen, Gebäuden, Arbeitsplätzen und Standortentwicklung.
Wachstum mit Richtung
Die 2025 eröffnete neue Produktion ist der sichtbarste Ausdruck dieser Haltung. Sie bildet das Herzstück der Supply Chain am hollu Campus. Beim Rundgang wurde deutlich, dass Wachstum bei hollu vorbereitet wird: über Kapazitäten, Prozessqualität, Energieversorgung und ein Arbeitsumfeld, das zur Unternehmenskultur passt. Damit steht die neue Fertigung nicht nur für zusätzliche Produktionsfläche. Sie zeigt, wie ein Familienunternehmen langfristig denkt. Industrielle Stärke entsteht dort, wo Investitionen wirtschaftlich tragen, ökologisch verantwortbar sind und von den Menschen im Unternehmen mitgetragen werden. Bei hollu reicht dieser Anspruch über die eigene Betriebsgrenze hinaus: Das Unternehmen übernimmt Verantwortung für den Standort, an dem es wächst, arbeitet und wirkt.
Für die KMU-Plattform lag der Wert des Besuchs genau darin: hollu macht sichtbar, dass industrielle Stärke nicht nur aus Anlagen, Kapazitäten und Produkten entsteht, sondern aus der Art, wie ein Unternehmen geführt wird. Aus der 1905 gegründeten Seifensiederei ist ein Industrieunternehmen geworden, das professionelle Hygiene mit Anwendungskompetenz, nachhaltiger Produktion und einem klaren Anspruch an gute Arbeit verbindet. Der Besuch in Zirl zeigte ein Familienunternehmen, das Wachstum nicht nur größer, sondern besser denkt – mit Verantwortung für die Menschen im Unternehmen und für die Region, in der es wirkt.


