Bei der Jubiläums-MINT-Gala am 26. Mai 2026 im Haus der Industrie wurden 131 Bildungseinrichtungen erstmals mit dem MINT-Gütesiegel ausgezeichnet. Zehn Jahre nach dem Start der Initiative zeigt sich: MINT-Bildung ist ein zentraler Baustein für Fachkräfte, Innovation und industrielle Zukunftsfähigkeit.
Mit dem Abschluss der zehnten Ausschreibung verfügen österreichweit bereits 892 Kindergärten und Schulen über das MINT-Gütesiegel. Im Mittelpunkt der Gala standen die 131 Erstauszeichnungen des heurigen Jahres. Weitere 249 Bildungseinrichtungen wurden rezertifiziert und werden wie in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den IV-Landesgruppen und den Bildungsdirektionen in den Bundesländern geehrt. Für die Industrie ist diese Entwicklung weit mehr als ein Bildungserfolg. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik entscheiden darüber, ob junge Menschen technische Zusammenhänge verstehen, digitale Werkzeuge souverän nutzen und später Berufe in jenen Bereichen ergreifen, in denen Österreichs Unternehmen dringend Fachkräfte brauchen.
MINT-Bildung sichtbar machen
Das MINT-Gütesiegel zeichnet Kindergärten und Schulen aus, die naturwissenschaftlich-technische Bildung engagiert und dauerhaft im Bildungsalltag verankern. Kinder und Jugendliche werden dort früh an Forschen, Experimentieren, Problemlösen und digitale Kompetenzen herangeführt. Gerade diese frühe Erfahrung ist entscheidend. Wer Technik, Naturwissenschaften und Digitalisierung nicht erst als abstrakte Berufswahl kennenlernt, sondern schon im Kindergarten oder in der Schule praktisch erlebt, entwickelt eher Interesse an entsprechenden Bildungswegen. Damit leistet das Gütesiegel einen konkreten Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Stärkung des Innovationsstandorts.
Tirol als Teil einer starken MINT-Landschaft
Auch Tirol ist Teil dieser österreichweiten Entwicklung. Mit der von der IV Tirol initiierten Tiroler MINT-Strategie wurde früh ein Rahmen geschaffen, um MINT-Bildung über alle Bildungsstufen hinweg gezielt zu stärken und Partner aus Bildung, Wirtschaft und Arbeitswelt zusammenzuführen. Die aktuellen Auszeichnungen zeigen, dass dieses Engagement in den Bildungseinrichtungen ankommt und weiter an Breite gewinnt. In Tirol wurden heuer 15 Bildungseinrichtungen erstmals mit dem MINT-Gütesiegel ausgezeichnet: BG/BRG Reutte, BORG Innsbruck, Europa Mittelschule Wörgl, HTL Kramsach Glas und Chemie, Kindergarten am Platzl, Kindergarten Seefeld, Kindergarten Unterlangkampfen, Mittelschule Pfunds Nauders Spiss, Mittelschule/Sportmittelschule Kitzbühel, SMS Prutz-Ried u. U., TFBS für Handel und Büro, TFBS für Wirtschaft und Technik Kufstein, Volksschule Kundl, Volksschule Nikolsdorf und VS Mayrhofen.
„Wer morgen ausreichend technische Fachkräfte haben will, muss heute in MINT-Bildung investieren. Das MINT-Gütesiegel zeigt, wo diese Arbeit nicht nebenbei, sondern systematisch und mit hoher Qualität geleistet wird. Genau solche Einrichtungen brauchen wir: Sie machen Technik, Naturwissenschaften und Digitalisierung früh erlebbar, fördern Neugier und Problemlösungskompetenz bei Kindern und Jugendlichen und schaffen damit zugleich eine wichtige Grundlage für Innovation, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit in Tirol“, betont IV-Tirol-Geschäftsführer Michael Mairhofer.
Früh ansetzen, langfristig wirken
Der Bedarf an technischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen wird weiter steigen. Digitalisierung, Automatisierung, Energie- und Produktionstechnologien verändern Unternehmen und Berufsbilder tiefgreifend. Umso wichtiger ist eine MINT-Bildung, die früh beginnt, Talente sichtbar macht und Orientierung schafft. Zehn Jahre MINT-Gütesiegel zeigen, wie viel durch konsequente Zusammenarbeit von Bildung, Wirtschaft und öffentlichen Partnern möglich ist. Für Tirol bleibt MINT damit ein strategisches Zukunftsthema: für Kinder und Jugendliche, für Bildungseinrichtungen und für einen Industriestandort, der auch morgen über die richtigen Kompetenzen verfügen muss.


